My first summer in Switzerland. A review.

–  English version below –

Am  12. April 2016 fand ich mich um kurz vor 12 im Migrationsamt in Kreis 2 in Zürich wieder. Während die nette ältere Dame mit grauem Haar und schwarzer Hornbrille schon seit einigen Minuten mit dem IT-Support telefonierte um den alten PC wieder zum laufen zu bringen, wanderten meine Gedanken zum bevorstehenden Sommer. Noch wusste ich nicht, dass mich wundervoll bunte Tage, fast schon zu viele regnerische Wochen aber vor allem fantastische Abenteuer erwarten würden.

Mein Sommer 2016 war also nicht unspektakulär, sondern voller Ereignisse. Hier sind vier Eindrücke und Highlights meines ersten Sommers in der Schweiz.

1. Street Food Festival

Von der Vorstellung mich als Foodie zu betiteln sollte ich mich wohl endgültig verabschieden. Ich sage es gerade heraus. Ich bin krüsch. Das ist norddeutsch und bedeutet so viel wie wählerisch beim Essen. Für mich bedeutet es: Pasta. Schwarzbrot. Cornflakes. Nun liegt der Gedanke wohl nahe, dass ich auf einem Street Food Festival kein oft gesehener Gast bin. Tatsächlich liebe ich die vielen Eindrücke und Gerüche, vorallem aber die Vielfalt.

Street Food Festivals sind für mich aufregend und waghalsig. Das Zürcher Street Food Festival am ehemaligen Güterbahnhof war mit viel liebe fürs Detail ein etwas verwunschener Ort mit Wimpelketten, Zirkuszelt und tausend Lampions. Da sich unser Sommer größtenteils in der Regenzeit befand bedurfte es sich eines guten Timings um nicht durch Dreck und Pfützen von einem Stand zum nächsten zu tänzeln. Hier muss ich mir wohl eingestehen, dass ich mit meiner Wahl zur Currywurst nicht ganz so waghalsig war, aber trotzdem einen Volltreffer gelandet habe. Memo an mich: umgehend Dim Sum probieren.

2. Heidiland und andere Alplandschaften

Ich bin ein Küstenkind. Was das bedeutet, könnt ihr euch sicher denken. Meine gewohnte Umgebung befindet sich zwischen Dünen, Ebbe und Flut. Das Land ist flach und der Horizont so weit das Auge reicht. Im Tal zu wohnen ist neu und auch nach 6 Monaten habe ich noch immer das Gefühl im Urlaub zu sein.

Erster Berg auf meiner Liste: Ütliberg. Mit 870 m. ü. M. eher klein. Überschaulich. Süß. Ideal für einen kurzen Ausflug, lange Gespräche und sonstigen schelmischen Unfug. Persönliches Highlight: die kleinen Aussichtsspots mit Feuer und Grill für Barbecues im Freien.

Berg Numero zwei. Auf dem Pilatus fand ich mich kurzzeitig in der Milchstrasse wieder. Auf der Spitze des Berges führten die Wanderwege streckenweise durch Tunnel, vom Sonnenlicht magisch schimmernd eingetaucht – irdisch funkelnd wie das Band der Milchstraße. Von Geißen umgeben, und einer traumhaften Aussicht über den Vierwaldstättersee schlenderten wir den Berg hinab. Und so ganz ohne rosarote Brille war ich verliebt.

Von der Milchstrasse ging es weiter ins Paradies. Die Aareschlucht im Berner Oberland zieht sich über 1.4 Kilometer entlang der Aare vorbei an hohen Felsschluchten. Durch Tunnel und über Stege dauert eine Wanderung cirka 40 Minuten und ist absolut empfehlenswert. Irgendwie erinnert mich dieser Ort an Jurrasic Park und ein wenig hoffte ich, einen Flugsaurier in der Ferne zu erspähen. Na gut. Ich war schon immer ein Kind mit einer ausgeprägten Fantasiewelt und auch hier muss ich mir eingestehen, einen Flugsaurier habe ich leider nicht gesehen.

Euphorisch wurde der nächste Ausflug geplant. Ziel: Pizol, Heidiland. Motivation: größer als die Kondition. Wie gesagt als Küstenkind fühle ich mich am wohlsten auf dem Flachland. Auf 2500 m. ü. M. wird die Luft dann doch eher dünn. Aus der geplanten 5-Seen-Wanderung wurde eine nicht weniger abenteuerliche 3-Seen-Wanderung. Kleiner Tipp meinerseits, mit normalen Turnschuhen ist die Wanderung nicht unbedingt zu empfehlen, für jene waghalsige Fraktion da draußen allerdings definitiv möglich.

3. Zürcher Zoo

Processed with VSCO with hb1 presetDie ganze Anlage ist mit viel Liebe fürs Detail weitestgehend artgetreu angelegt. Besonders das Elefantengehege und der Masoala Regenwald haben mir sehr gefallen. Nichtsdestotrotz hat der Besuch im Tierpark einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Als selbstkritischer Tierfreund musste ich mir immer wieder vor Augen rufen, dass die Tiere nie den Lebensraum haben, denn sie benötigen. Sie leben auf wenigen Quadratmetern in Gefangenschaft, werden von den Gästen und ihren lästigen Fotoapparaten belästigt. Das subjektive Empfinden und die persönliche Einstellung zu Zoos dominiert stark, ob ein Besuch zum Highlight werden kann oder nicht.

4. Zürich See

Die Möglichkeiten die der Zürich See bietet sind endlos. Für mich beschränkten sich die Aktivitäten in diesem Sommer aufs Schwimmen, Seerundfahrten, Pedalo Ausflügen und Sonnenaufgängen. Die Regenzeit wurde verabschiedet und bei Temperaturen von über 28+ bedurfte es sich einer angenehmen Erfrischung. Pedalos können entlang des Sees für ca. CHF 35 gemietet werden und sind absolut empfehlenswert. Auf einem der größeren Pedalos finden bis zu 5 Freunde Platz. Am schönsten ist es dann gemeinsam mitten auf dem See ins Wasser zu springen.

Ein starker Impuls der gerade im Vordergrund steht ist der Gedanke, dass mein Sommer 2016 so ziemlich der Vergangenheit angehört. Das ist aber nicht weiter tragisch, die Erinnerungen bleiben und meine liebste Jahreszeit ist auch schon in Zürich angekommen. Abschließend kann ich mit bestem Gewissen sagen: die Schweiz lädt zu vielen Abenteuern ein und ist ein absolut fantastisches Reiseland. Mein Sommer hätte nicht ereignisreicher, fröhlicher oder bunter sein können.

PS. Weitere Bilder sind in meiner Photography Section hinterlegt.

I didn`t really know what to expect of my first summer in Switzerland. I came here somehow in a rush, I didn’t think it  through much – it just felt right and then the summer happened. It was a rather spontaneous one with lots of colorful days, way too many rainy weeks but amazing adventures.

Since my summer 2016 turned out to be very eventful, here`s a little recap of four things that left quite an impression.

1. Street Food Festival

Even though I do like the thought of being a foodie, I`m not. Never will be. I like the simplicity of food but most of all, I`m picky. Growing up I was never really introduced to foreign cuisine, well any kind of cuisine beyond the homely radius. Street Food Festivals are exciting. It`s silly really but they make me feel adventurous, reckless and somehow brave. Being picky, I love trying new food, it makes me step out of my comfort zone.

The Zurich Street Food Festival at the former Güterbahnhof was like an enchanted wonderground not only because of it`s look with the circus tent in the centre of the festival area and a thousand lampions in the air but because of the many stands serving all sorts of national and international cuisine. But most of all because of that lovely smell of uncertainty of what to discover and taste next. The variety was amazing ranging from danish hot dogs (which I sadly missed) to dim sum over to Currywurst and Churros. Since the heatwave hadn`t taken over from the rain period just yet, we had to find the right timing to visit, so as not to dance around mush and puddles while we enjoyed this exciting event.

2. The views: Alpine adventures

What can I say. My first trip to the top of a mountain completely blew me away so I decided to stop (temporarily put on hold) chasing sunsets and to start chasing views. The first view on my list was the Ütliberg on the top of Zurich. With 870 m the Ütliberg offers a lovely panoramic view over the city as well as the lake.

My first real alpine adventure started on an early Friday morning. Destination: Pilatus. That morning I didn’t know I`d find myself right in the milky way. Stretches of the road lead through tunnels through the mountain. The light that reached into the tunnel left the trail in a glowing haze. How, I wondered, could this get any better. Reaching the top of the Pilatus left me completely in awe. So here I was, enjoying a magnificent view over the Vierwaldstättersee and just like that I fell in love with Switzerland.

I was hooked. I felt restless and I needed my next fix. Next stop: Pizol, Heidiland. Yet again Switzerland put a spell on me. At 2500 m it wasn’t the air that made me feel dizzy it was that mesmerizing view. High mountains and crystal-clear lakes made up the panoramic ever-changing alpine landscape. With the 5 lake hike – in our case 3 lakes and then back to the beginning to catch the last lift down the mountain – we did one of the classic routes. If it`s peace and simplicity you`re after this is the exact right spot. An additional bonus on this route is the view over the UNESCO site of Sardona.

And then there was the Aareschlucht. I felt as if the universe had changed and I was in a Jurassic Park-esque setting with a pterodactyl flying around the next corner. This must be paradise I thought to myself. I`ve always been a kid with a great imagination but unfortunately I have to admit that on the 1.5 km long path along the Aare I did not see any dinosaurs.

3. Zurich ZooProcessed with VSCO with hb1 preset

This is going to be a tricky one. I`m honestly torn. The Zoo has done a great job in setting up the areas as species-appropriate as humanly possible and especially with the Keang Krachan Elephant Park and Masoala rainforest. The areas are very spacious with a great love for detail. Nevertheless there was this lasting expression that some animals are just not meant to live in captivity. This is obviously a matter of subjectivity and how each and everyone feels about animals living in a zoo. Highlight yay or nay – that`s for you to decide.

4. Zurich Lake

When in Zurich, I spent most of my free time at the lake – no matter what season, there’s just too much on offer and the view with the Alps on the horizon is not too bad either. When the heatwave hit the city with 28+ degrees it was certainly time to plunge into the lake. So this summer I reduced my activities to swimming, sunbathing, boat tours and pedalo cruises. My advice: gather a few people and meet up along the lake and rent a pedalo together. It`s great fun to jump into the water and cool off together.

It’s becoming very clear right now that my  summer pretty much belongs to the past but this is not exactly tragic. I’m not sad to see summer go. My favourite season has already settled in nicely with new autumn adventures waiting for me. Switzerland is an amazing travel destination and I can’t wait to explore more.

Love,

Cate

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